Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft plant, 13 Zusatzstoffe in E-Zigaretten zu verbieten, darunter Menthol und verschiedene Kühlmittel. Der Vorschlag, der durch Jugendschutzbedenken und gesundheitliche Bewertungen des BfR motiviert ist, hat bereits die interne Regierungsabstimmung passiert und wird nun von den Bundesländern und Verbänden geprüft. Kritiker aus der Branche warnen, dass dies faktisch einem Verbot der meisten derzeitigen Vape-Produkte gleichkommen könnte.
Wichtige Erkenntnisse:
- Geplantes Verbot: 13 Substanzen, darunter Menthol und Kühlmittel, stehen im Fokus.
- Gesundheitliche Begründung: Das BfR warnt, dass kühlende Effekte das Inhalieren erleichtern und den Einstieg Jugendlicher fördern.
- Gegenreaktion der Branche: Wirtschaftsverbände befürchten ein „vollständiges Verbot durch die Hintertür“ und ein Wachstum des Schwarzmarkts.
- Bedenken von Experten: Ärzte warnen, dass Einschränkungen Dampfer zurück zum traditionellen Rauchen treiben könnten.
Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat Pläne bestätigt, Menthol und 12 weitere Zusatzstoffe in elektronischen Zigaretten zu verbieten. Diese Entwicklung erfolgt im Rahmen eines umfassenderen Vorstoßes zum Jugendschutz und stößt auf heftigen Widerstand von Branchenvertretern, die einen Zusammenbruch des legalen Vape-Marktes befürchten.
Fokus auf den „Kühleffekt“
Die Initiative des Ministeriums stützt sich maßgeblich auf Bewertungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), das die betroffenen Substanzen als gesundheitlich bedenklich einstuft. Ein zentrales Anliegen ist der inhalationsfördernde Effekt von Kühlmitteln.
Nach Angaben des Ministeriums überdeckt das Kältegefühl die Reizwirkung des Dampfes und erleichtert es neuen Nutzern – insbesondere Kindern und Jugendlichen – mit dem Rauchen oder Dampfen zu beginnen. „Kinder und Jugendliche sollten insbesondere gar nicht erst mit dem Rauchen oder dem Konsum von Nikotin anfangen“, erklärte ein Ministeriumssprecher. Dieser Schritt steht im Einklang mit EU-weiten Regelungen, die Menthol in herkömmlichen Tabakprodukten bereits seit 2020 verbieten.
Branche warnt vor „faktischem Verbot“ und Anstieg des Schwarzmarkts
Der Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH) reagierte scharf auf den Vorschlag. Er argumentiert, dass die betroffenen Substanzen in nahezu allen heute legal erhältlichen E-Liquids enthalten sind. Oliver Pohland, Geschäftsführer des Verbandes, warnte: „Ein solches Vorhaben ist ein faktisches Komplettverbot der gesamten Produktkategorie E-Zigarette durch die Hintertür.“
Der Verband kritisierte zudem die Umsetzungsform – per Verordnung statt durch ein parlamentarisches Gesetzgebungsverfahren – und stellte die wissenschaftliche Grundlage für ein Verbot von Menthol und Sucralose infrage. Er verweist darauf, dass E-Zigaretten nachweislich rund 95 % weniger schädlich seien als Tabak und warnt, dass die Einschränkung legaler Produkte Verbraucher in den Schwarzmarkt treiben werde, der bereits schätzungsweise 50 % des E-Zigarettenhandels ausmacht.
Umwelt- und Gesundheitsexperten melden sich zu Wort
Die Reaktionen aus anderen Bereichen fallen gemischt aus. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte das Ministerium dafür, nicht weit genug zu gehen, und forderte ein vollständiges Verbot von Einweg-Vapes statt nur bestimmter Aromen, da Hersteller sonst einfach Ersatzstoffe einsetzen könnten.
Demgegenüber äußerte eine interdisziplinäre Gruppe von Ärzten Bedenken hinsichtlich unbeabsichtigter Folgen. Unter Verweis auf Studien aus den USA, wie etwa das Aromenverbot von 2018 in San Francisco, wiesen sie darauf hin, dass Aromabeschränkungen zwar das Dampfen reduzieren könnten, gleichzeitig aber unbeabsichtigt den Konsum herkömmlicher Zigaretten bei Jugendlichen und Erwachsenen erhöhen können, die E-Zigaretten zur Schadensminimierung nutzen.

Vape Content Creator | Flavor Reviewer | Lifestyle & Vape Culture Editor
Emily Carter is a vape-focused content creator specializing in flavor reviews, device aesthetics, and lifestyle-oriented vaping content. With hands-on experience testing disposable vapes and pod systems, Emily delivers clear, visually driven insights designed for adult consumers.








